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Unsere 50 Jahre
Der Film- und Videoclub Darmstadt e.V. feiert im Juli 2008 seinen 50. Geburtstag.
Am 4. Juli 1958 waren dem Aufruf in der Darmstädter Presse durch Heinz (Henry) Krapp
Während die Gründungsmitglieder sich anfangs noch zu ihren Filmvorführungen in den Hinterzimmern verschiedener Darmstädter Lokale trafen, wuchs in ihnen bald der Wunsch nach einer festen Bleibe. Die fanden sie wenige Jahre später im Keller unter dem REX-Kino. Doch vor der ersten Projektion hatten die Götter den Schweiß gesetzt. Der ehemalige Weinkeller mit Kegelbahn war noch zugeschüttet mit Geröll und Mauerresten aus der Brandnacht im September 1944. Viele fleißige Hände räumten den Schutt beiseite, mauerten und zimmerten das kleinste Kino Darmstadts mit einer Vorführkabine, einem Lager- und Arbeitsraum und einem Aufenthaltsraum, der sinnigerweise Meckerklause genannt wurde und diesen Namen bis heute trägt. 1983 kam noch ein Tonstudio hinzu.
Die durchweg jungen Herren – Damen kamen erst etwas später hinzu – nahmen mit ihren Schmalfilmkameras mit Federwerksaufzug fast alles auf was sie für bedeutungsvoll hielten, auf 8mm-Schmalfilm (“Doppelacht“) und überwiegend in schwarz/weiss. Das Themenfeld erstreckte sich von privaten, familiären Festen über Berufliches und selbst Spielfilme bis hin zu den öffentlichen Ereignissen in Stadt und Land.
Und es wurden Filme gedreht, besprochen und diskutiert, verworfen und neu geschnitten. Und was dabei herauskam, errang das ein oder andere Mal bei den BDFA-Wettbewerben von der HAFF (Hessische Amateur Filmfestspiele), der DAFF (Deutsche Amateur Filmfestspiele) bis zu den Weltfilmfestspielen UNICA höchste Auszeichnungen.
Die rege Städteverschwisterung Darmstadts in den 1970er Jahren griff der Club auf und nahm seinerseits Kontakte zu Amateurfimclubs in Trondheim, Chesterfield, Troyes und Graz auf. Erfolg war nur der letzteren Verbindung beschieden. Beiderseitige Besuche mit ansehnlichen Mitgliederzahlen erstreckten sich bis weit in die 1980er Jahre.
Der Schmalfilmclub wuchs und gedieh lange Zeit. Doch schon wenige Jahre nach dem ersten großen Jubiläum, dem 25. im Jahre 1983, schlich sich eine gewisse Filmmüdigkeit ein. Letztlich wirkte auch die aufkommende Videotechnik als Hemmschuh. Bis das neue Medium “Video“ voll akzeptiert wurde vergingen nochmals Jahre. Allerorten erhielten die Amateurfilmclubs den Zusatz “und Video“, und auch wir folgten diesen Beispielen und nannten uns seit 1985 “Film- und Videoamateure Darmstadt e.V.“
So manches Mitglied der Gründerzeit vermisste im neuen Namen die Bezeichnung “Club“. Man war eben kein Verein, dem man beitritt, sondern ein Club, in den man aufgenommen wird. Der kleine Makel konnte mit einer neuerlichen Namensänderung aber rasch beseitigt werden, seitdem (1989) sind wir der “Film- und Videoclub Darmstadt e.V.“. Das ist bis heute so geblieben.
Doch nicht nur im versteckten Kellerkino liefen und laufen Filme für die Mitglieder, man ging auch an die Öffentlichkeit. Seit vielen Jahren schon ist der Club mit seinem inzwischen sehr umfangreichen Darmstadt-Film-Archiv präsent beim jährlichen Heinerfest und hat dort schon ein Stammpublikum. Immer wieder werden alte Filme oder auch nur Filmfragmente entdeckt und zur elektronischen Videoaufzeichnung und -archivierung aufbereitet. Der ein oder andere Film wurde sogar als VHS-Kassette zum Kauf angeboten, heute sind es DVDs.
50 Jahre nach Clubgründung ist zwar auch das Durchschnittsalter seiner Mitglieder gestiegen, aber die, die dabei sind, sind immer noch Filmer und Stadtchronisten mit großer Begeisterung nach dem Motto: Lieber Filme selber machen als nur Filme konsumieren. |
Mitglied im Bundesverband Deutscher Film-Autoren e.V. BDFA